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Andachten, Texte und Gottesdienste


Losung für Montag, 30. März 2020:
Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Jeremia 8,4

Morgenandacht aus Radio Aktiv

Hier die aktuelle Morgendacht unseres heimischen Radiosenders "Radio Aktiv":

Audiodatei wird mit Genehmigung von Radio Aktiv hier veröffentlicht.


Andacht von Pastorin Bianca Reinecke


Fernsehgottesdienst unserer Landekirche für den heutigen Sonntag

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Musikalischer Gruß von Pastor Lesinski

Jeden Samstag - pünktlich um 18:00 Uhr  - erklingt vom Vierungsturm unseres Münsters geistliche Blasmusik:
Pastor Markuns Lesinski spielt seiner Gemeinde und allen Hamelnern ein Musikstück vor:


Das Video erstellte Pastor i.R. Udo Wolten.

Liebe Leserin, lieber Leser,
am vergangenen Sonntag (15.03.2020) habe ich allein im Hamelner Münster St. Bonifatii gestanden und gelesen:
„Alles hat seine Zeit.“ (Prediger 3,17b) Anschließend habe ich das Vaterunser gebetet und ein Segenswort gesprochen. Es war ein stellvertretender Dienst.

Im Münster wird seit dem beginnenden 9. Jahrhundert gebetet, Zwiesprache mit Gott gehalten, natürlich. Und doch war am vergangenen Sonntag alles anders:
Die Gemeinde saß nicht in den Stühlen wie sonst. Auch keine Orgel und kein Gesang. Ich habe mich dann selbst an die Orgel gesetzt und für die Gemeinde gesungen. Aber es ist anders.
Und die Gemeinschaft der Heiligen – die habe ich auch gespürt. Ich erinnerte mich an meine Erfahrungen in orthodoxen Kirchen.
Die Wände ihrer Kirchen, wie z.B. die meiner Freunde in der serbischorthodoxen Kirche in Hannover, sind mit vielen Gestalten aus der Bibel und weiteren Heiligen aus der Kirchengeschichte bemalt.
Dabei und im Singen ihres Gemeindechores habe ich gelernt: ich bin an diesen Orten niemals allein – die Heiligen sind ja da und lebendig. Mit ihnen wird immer Gemeinschaft möglich sein, in die ich mich bergen kann.
Im Münster ist angesichts der wenigen Epitaphe davon noch etwas spürbar.
Dass diese Erinnerungen aber im Jahr 2020 so aktuell werden könnten? Ich hätte es nicht gedacht! „Wo zwei oder drei in meinem Namen…“ (Matthäus 18,20a)
Als Pastor und Theologe kenne ich noch eine andere Unterscheidung:
„Sichtbare und unsichtbare Kirche.“ Bisher habe ich darunter vor allem im Pfarrdienst der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers gelernt:
Gebäude, Institutionen, Rechtssammlung, Landeskirchenamt, Superintendent, Kirchenvorstand, Pastoren und Talare einerseits – Leib Christi andererseits.
Und jetzt? Mitte März 2020? Sichtbar: Münster und Kirchen in einer zur Ruhe kommenden, fast ausgestorbenen Stadt, keine Gottesdienste, keine Konfirmandenarbeit, vielleicht auch keine Konfirmationsgottesdienste, dafür ein rotes Plakat im Schaukasten, dass alle Gottesdienste bis auf weiteres ausfallen.
Und ein gelbes, dass jeder bitte den Abstand von 2 Metern zum Nächsten einhalten möchte, wenn er das Münster besucht, um stille Einkehr oder Gebet zu suchen oder eine Kerze entzünden zu wollen.
Vor ein paar Tagen war das noch ein Sicherheitshinweis. Heute ist das schon selbstverständlich.
Unsichtbar: Überall beten Menschen mit denselben Worten. Lesen in derselben Bibel. Vertrauen demselben Gott. Denken sich zur selben Zeit in ihrer Kirche. Alle sind nämlich verbunden, Glieder einer großen Gemeinschaft: Bisher habe ich diesen Gedanken immer dann aufgerufen, wenn es um die ging, die vor mir waren, in deren Worten und Glaubenserfahrung ich mich bergen kann.
Aber warum sollte dieselbe fraglose Verbindung nicht auch zu denen bestehen, die neben mir sind? Oder die am Samstag um 18.00 Uhr hörten, wie vom Kirchturm einige Choräle erklangen?
Der oft so unbegreifliche heilige Geist – er verbindet mich. Hält mich mit anderen zusammen. Erfüllt mich – mit Leben und Segen.
Bleiben Sie gesund und vor allem behütet und gesegnet!
Pastor Markus Lesinski

Gebet
Großer und ewiger Gott, ich bitte dich in diesen Tagen, in denen ich so sehr auf mich selbst geworfen bin und damit umzugehen lernen muss; in denen ich nach Vergewisserung suche und nach Formen, anderen auch auf Distanz beistehen zu können:
erfülle mich mit der Gewissheit, dass du gerade auch in diesen Tagen da bist mit deiner Fülle und deinem heilsamen Segen! In Deine Hände lege ich meine Sorge um meine Nächsten, denen ich jetzt nicht so nah sein kann, wie ich es eigentlich gewohnt bin und gerade jetzt möchte. Schütze und bewahre sie!
Besonders bitte ich Dich jetzt auch für alle,die arbeiten und dafür sorgen, dass Notwendiges weitergeht. Gib ihnen Kraft und Zuversicht. Lass sie heil an Leib und Seele bleiben. Behüte und bewahre uns alle.
Amen

Hinweise:
Gerne weise ich Sie hin und empfehle Ihnen Gottesdienste und kirchliche bzw. Sendungen mit religiösen-philosophischen-gesellschaftlichen Inhalten

(diese Liste wird kontinuierlich erweitert):
1. Sonntag
  • „Kantate“ auf NDR-Kultur von 08.00-08.40Uhr ist ein Sonntagmorgen wie einst in der Leipziger Thomaskirche - mit der "Kantate". An jedem Sonntag wird eines von J.S.Bachs Meisterwerken gespielt, komponiert für den jeweiligen Sonntag im Kirchenjahr, in den besten Aufnahmen und interpretiert von den bedeutendsten Künstlern.
  • „Glaubenssachen“ auf NDR-Kultur von 08.40-09.00 Uhr sind Antworten verschiedener Autoren auf die großen Fragen des Lebens. An den Grenzen der Alltagswelt erkunden sie das Verhältnis von Religion und Gesellschaft.
  • ZDF-Fernseh-Gottesdienst von 09.30-10.15 Uhr
  • Radiogottesdienst auf NDR-Info von 10.00-11.00 Uhr
  • „Zeit mit Gott“ auf radio aktiv von 09.00-10.00 Uhr, gestaltet von Pastorinnen und Pastoren aus dem Kirchenkreis Hameln-Pyrmont (UKW 99,3 & 94,8 / Kabel 102,9)
  • „Echtes Leben“ in der ARD um 17.30 Uhr berichtet über gesellschaftliche und kirchliche Themen und versucht eine Meinung zu formulieren.
  • „Gedanken zur Zeit“ auf NDR-Kultur von 19.00-19.15 Uhr sind Essays namhafter Autoren, also Beiträge zur geistigen Situation der Zeit - und gelegentlich auch zum Zeitgeist. Die Texte geben Orientierung in einer unübersichtlichen Gegenwart.

Jeden Tag
  • NDR2-Radiokirche „Moment mal“ um 09.12 und 18.15 Uhr sind Beiträge zu oft aktuellen Themen, sonntags mit kleinen Interviews. Pastorinnen und Pastoren (und solche, die es werden wollen oder es hätten werden können) aus dem NDR Sendegebiet schreiben und sprechen Texte: Höhepunkte und Katastrophen des menschlichen, persönlichen und gesellschaftlichen Lebens, biblische und literarische Texte, Musik alter und neuer Meister geben den Stoff, aus dem ein "Moment mal" wird.


3. Montag bis Freitag
  • Morgenandacht um 6:10 Uhr von Pastorinnen und Pastoren aus unserem Kirchenkreis auf "Radfio Aktiv" finden Sie auch auf dieser Seite oben.
  • NDR-Morgenandacht von 07.50-07.55 Uhr auf NDR-Kultur

4. Dienstag
Mittagsandacht im Michaeliskloster live um 12.15 Uhr unter www.michaeliskloster.de/aktuelles/2020/03-17-mittagsandacht-live und auf Facebook und
5. Freitag
„Schabat Schalom“ auf NDR-Info kurzgefasst von 14.55-15.00 Uhr und als Magazin von 20.30-21.00 Uhr bietet Infos aus dem jüdischen Leben mit Nachrichten, Interviews, Berichten und Kommentaren. Im Anschluss legen Rabbinerinnen und Rabbiner den Wochenabschnitt der Thora begleitet von liturgischer Musik aus.
6. Samstag
„Im Anfang war das Wort“ um 07.45-07.50 Uhr auf NDR-Info mit Gesprächen mit Prominenten und interessanten Menschen über die Bibel „Wort zum Sonntag“ in der ARD gegen 23.00 Uhr (bitte schauen Sie in das aktuelle ARD-Fernsehprogramm)


Jahreslosung 2020: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Markus 9,24